Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit Böllern und Raketen hat die Nation am 31.12.2019 das alte Jahr verabschiedet, traditionell verbunden mit dem Wunsch nach einem guten Jahr 2020. Und was hatten wir nicht alles vor?

Wie wir heute wissen war dieses Jahr ein besonderes. Voller Herausforderungen und Problemen, Sorgen und Ängste aber auch vieler hoffnungsvoller und freudiger Momente.

Wir haben in den vergangenen12 Monaten zusammengehalten. Mit Beginn der Pandemie haben sich spontane Helfergruppen gebildet, die traditionellen Nachbarschaften, Vereine und viele Freiwillige haben sich um ihre Mitmenschen gekümmert. Die Kirchen haben auf online-Angebote umgestellt und selbst auf die Distanz ist ein neues Wir-Gefühl entstanden.

Ohne den Weinfrühling, ohne Bopparder Mai, den Kinder-Welterbetag, Weinfest, Volkstrauertag, St. Martin, Senioren – und Weihnachtsfeiern und ohne die begangenen Ehejubiläen und runden Geburtstage. Es gab viele gesellschaftliche Entbehrungen.

Natürlich gab es auch viele kritische und besorgte Stimmen, Kritik an manchen Maßnahmen, Sperrungen oder frühen Lockerungen.

Gerade für unsere Gastronomen, für die Hotellerie, Selbstständige oder Kulturschaffende und Vereine war die Situation sehr schwierig und ich persönlich hätte mir hier die ein oder andere unbürokratischere und schnellere Hille gewünscht. 

Doch anstatt zu jammern haben die Betroffenen auch hier kreative Ideen wie Online-Veranstaltungen, Take-Away oder Lieferangebote entwickelt und konnten sich auf eine große Solidarität ihrer Mitmenschen verlassen.

Unser Krankenhaus und unsere Altenheime kamen hin und wieder in brenzlige Situationen und es ist traurig, dass auch wir in Boppard an Covid-19 Erkrankte und leider auch Todesfälle zu vermelden hatten.

Eine Steinkette in den Rheinanlagen und in einigen Ortsbezirken wuchs immer weiter und machte landesweite Schlagzeilen und uns allen Mut.

In diesem Sommer erlebten wir einen Boom an inländischen Besuchern. Auf Rad- und Wanderwegen, entlang unserer Traumschleifen, an Aussichtspunkten und entlang des Rheins und auf der Höhe. Die Stadt war in den Sommermonaten voller Menschen.

Auch hier sind wir an Grenzen gestoßen. Parkkapazitäten, das Aufeinandertreffen von Fußgängern und Radfahrern, Diskussionen über Meldepflichten in Cafés und Restaurants und Maske tragen.

Vieles war neu und erforderte oft eine gehörige Bereitschaft für Kompromisse. Es ist gelungen. 

Die Pandemie erfordert für 2021 ein Umdenken. Wie gehen wir mit der Natur und Umwelt weiter um? Inwiefern sind wir bereit, Entbehrungen hinzunehmen oder unser Alltagsverhalten anzupassen, was ist uns wichtig und wie wollen wir zukünftig leben? Wie gehen wir mit unseren Nächsten um, auch in den „sozialen“ Medien?

In vielen kleinen Schritten haben wir im Jahr 2020 in Boppard viele Anstrengungen unternommen, unsere 10 Ortsbezirke unserer Heimat lebens- und liebenswerter zu gestalten.

Im April hat der Stadtrat erstmals in unserer Geschichte in einer Telefonkonferenz beraten. Zwischenzeitlich können die Beratungen auch online per Video verfolgt werden. Eine neue Qualität in der Kommunikation und Transparenz ist entstanden.

Mit Baugebieten und Bauplätzen, neuen Beschilderungen, Aussichtspunkten, Beleuchtungen, Wanderkarten, Verschönerungen und Verzierungen,  neuen Spielgeräten auf Spielplätzen, modernen Kindergärten und Kindertagesstätten, guten Grundschulen, Straßensanierungen, neuen Gerätehäusern für unsere Freiwilligen Feuerwehren, der Sanierung historischer Bausubstanz, verkehrsberuhigenden Maßnahmen, der Anschaffung neuer Defibrillatoren, einer neuen Kulturbühne, dem Baubeginn des Freibades und vielem mehr wollen wir unsere Stadt noch besser machen.

Der Haushaltsplan der Stadt Boppard 2021 berücksichtigt alle Wünsche und Anregungen unserer Ortsbezirke. Wir haben im nächsten Jahr eine ganze Menge vor.

Von Herzen danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauhofes und der Gärtnerkolonne, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, unserer freiwilligen Feuerwehren, der Polizei und den Rettungsdiensten, dem Personal der Senioreneinrichtungen, des Krankenhauses, allen Vereinigungen und Vereinen, den Nachbarschaften und Parteien und allen, die sich beruflich oder als Privatperson in diesem schwierigen Jahr für ihre Mitmenschen und ihre Stadt eingesetzt haben.

Nicht zuletzt danke ich Ihnen allen für Anregungen, für Verbesserungsvorschläge, für eine konstruktive Auseinandersetzung, für einen fachlichen Ratschlag, für eine andere Sichtweise, für ein freundliches Wort und eine nette Begegnung.

Froh und böllerfrei starten wir ins neue Jahr.

Voller Zuversicht und Optimismus wünsche ich Ihnen/ Euch von Herzen ein glückliches, ein frohes und gesundes neues Jahr 2021. Foto: Herbert H. Piel